Tradition

Weingut Wolfgang WEISS
A-2070 Retz, Lange Zeile 56
Das Wissen um das Keltern von Wein wird in unserer Familie bereits seit mehreren Generationen weitergegeben und immer wieder verfeinert. In der historischen Weinstadt RETZ ist unser kleines Weingut beheimatet. Wie es zur damaligen Zeit üblich war, wurde der Betrieb immer wieder an die Kinder übergeben und umfasst heute eine Wirtschaftsfläche von ca. 1 ha. Auf dieser Rebfläche haben wir neben dem für das Weinviertel typischen Grünen Veltliner auch Weißburgunder und Ruländer ausgepflanzt.
An der Tradition festhaltend wird der Betrieb nebenberuflich weitergeführt. Die Beziehung zum Wein ist im Hause WEISS von Leidenschaft und Liebe geprägt. Das Gespür für Wein prägt die Arbeit im Weingarten, bei der Lese, bei der Kelterung des gewonnenen Saftes.
Der Heilige Urban ist der Patron der Weinhauer. Auch unser Weingut wird durch ihn beschützt. Dementsprechend wird er von allen Mitgliedern der Familie geachtet. (Unser Jüngster hat ihn mit drei Jahren als Nikolaus angesprochen!)

Eisweinlese 2009, ein eiskaltes Erlebnis!

 
Nach mehreren Tagen starken Frost mit Temperaturen um -10°C in Retz waren auch die hartnäckigsten Weintrauben tief gefroren und entsprachen daher den Vorgaben einer Eisweinlese. Für eine Eisweinlese müssen die Trauben gefroren sein und in diesem Zustand sofort gepresst werden.

 

Daher entschlossen wir uns, die Weinlese am 21. Dez. 2009 in den Morgenstunden durchzuführen. Um 0730 Uhr – noch im Morgengrauen und einer Temperatur von
-11C° - ging es in den Weingarten.

 

 

 
 

 

Tief verschneit hingen die Trauben an den Rebstöcken und es galt, zuerst das „Schneehauberl“ von den Trauben zu entfernen.

 

 

Die Trauben waren hart wie Murmeln, somit konnte der kostbare Saft der Beeren bei Berührung nicht ausrinnen und für uns Leser gab es kein lästiges „Piken“ der Finger und die Ernte konnte innerhalb drei Stunden eingebracht werden.

 

 

Das Wetter meinte es gut mit uns, die Sonne strahlte bei klirrender Kälte in ihrer vollen Pracht, ein wirklich schöner Wintertag.
Gleich nach der Lese galt es, die Weinpresse mit dem kostbaren Gut zu füllen und mit dem Pressen der Trauben zu beginnen. Nach mehreren Umdrehungen des Presskorbes rannen die ersten Tropfen des zukünftigen Eisweines in die Auffangwanne. Erste Messungen des Zuckergehalts ergaben 37°KMW (KlosterneuburgerMostWaage), das war weit mehr als gefordert. Diese Qualität konnte bis zum Ende des Pressvorganges gehalten werden und wurde durch die zuständige Kellereiinspektion bestätigt.

Das Pressen der Trauben erfolgte sehr langsam, der Pressvorgang der gesamten Ernte dauerte über 24 Stunden. Die Weinpresse überzog sich mit einer hauchdünnen Eisschicht, an den Schlitzen des Presskorbes, wo der Traubensaft herausrann,  bildeten sich kleine Eiszäpfchen. Die tiefen Temperaturen gewährleisteten kein Auftauen der Trauben.

 

Für unseren kleinen Weinbaubetrieb war die Eisweinlese erstmalig und wir hatten keinerlei Erfahrungen wie sich die Verarbeitung der Trauben gestalten würde.

Besonderen Dank wollen wir den Helfern bei der Lese aussprechen, unseren Nachbarn der Fam. SCHNABL, Fam. GLOCKER und einem deutschen Gast aus dem  hohen Norden Herrn SEIFERT.

 

 

Unsere Nachbarn, Franz und Reinhard Schnabl
 

 

    

 

Die Nachbarin Frau Schnabl und Opa Weiss

     

 

Einer unserer fleißigsten Helfer, Hr. Seifert. Er und seine Frau sind schon seit Jahren „Stammleser“ bei uns.

 

In den frühen Morgenstunden war nicht nur dem Traktor kalt!

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